Geschichte

Schon im 19. Jahrhundert spielte die Zeitangabe auf Poststücken eine zunehmende Rolle. Vor allem bei größeren Postämtern mit erhöhter Ein- und Abgangsfrequenz an Beförderungsgut, wurde schon Ende der 1820er Jahren dazu übergegangen Stempelwerkzeuge zu verwenden, die über eine Stundenangabe (sogenannte Zeitgruppen) verfügten.
 
Anfangs benutzte man Stundenstempel. Dies bedeutete, dass für jede zu dokumentierende Stunde ein eigenes Stempelwerkzeug vorlag.
 
Später wurden Stempelwerkzeuge mit Halte- und Steckvorrichtungen verwendet. Da das Umstecken der Lettern in der Regel sehr umständlich war und viel Zeit in Anspruch nahm, ersann man eine elegantere Lösung. Die Zeitgruppen wurden auf einer drehbaren Walze befestigt und konnten mittels Feststellvorrichtung eingerastet werden.
 
Diese Walze benötigte natürlich viel Platz und da die mechanischen Möglichkeiten damals noch nicht so weit fortgeschritten waren wie heute, musste die zu jener Zeit übliche Zweikreisform der Deutschen Stempel aufgebrochen werden.
 
Das formschöne Resultat waren die Deutschen Hufeisenstempel.
 
Die frühen „echten“ Hufeisenstempel  kennen wir aus COELN (1864), BERLIN (1865), CREFELD (1865), DÜSSELDORF (1865), ELBERFELD (1865), SOLINGEN (1865) und LÜBECK (1866).
 
In der Literatur wird der in Solingen ansässige Julius Klaucke, von Beruf Graveur und Stempelmacher, als  Urvater und Hersteller der Hufeisenstempel genannt.
 
Heute können wir nicht mit absoluter Sicherheit sagen, ob auch die frühen Hufeisenstempel allesamt seiner Manufaktur entstammen. Jedoch ist dies zumindest  für die Stempelorte im Rheinland auf Grund der Geografischen Nähe ein logischer Schluss.
 
Spekulationen zu diesem Thema können im Michel Handbuch „KLAUCKE-Stempel“ und bei SPALINK „Die Deutschen Hufeisenstempel“ nachgelesen werden.
 
Durch die uns erhalten gebliebene General-Verfügung des General-Postamtes Berlin vom 3. Juli 1871, ist gesichert, dass Klaucke einen Liefervertag mit der Ober-Postdirektion Düsseldorf abschließen konnte und somit als Produzent der meisten Hufeisenstempel angesehen werden kann, welche nach Vertragsabschluss in Dienst gestellt wurden.
 
Klaucke warb stets damit, dass alle Stempelwerkzeuge aus seiner Manufaktur  aus gehärteten Gußstahl und somit von längerer Haltbarkeit waren. Eventuell kann dies als Indiz dafür genommen werden, das wir BERLIN oder auch die frühen COELN Stempel nicht Klaucke zurechnen, da diese relativ oft nachgraviert werden mussten. 
 
Da Gußstahl eher spröde ist, könnte dies wiederum eine Erklärung, für die Brüche von Innenkreisen wie wir diese u.a. aus HAMBURG kennen, sein.