Lübeck (Type 22-1)

Grenzdaten: 15.4.1866 bis 29.6.1875

Stempelfarbe- & Qualität:

In der Regel klare und saubere Abschläge. Anfangs grau-schwarz ab Anfang 1868 schwarz.

Besonderheiten:

Tages und Monatszahl sind gelegentlich durch einen Punkt (häufig) oder einen Schrägstrich (selten) getrennt.

Zeitgruppen: keine
Kopfstehende Datumsangaben & andere Irrtümer: keine

Verwendungsformen:

Altdeutschland Lübeck
Norddeutscher Postbezirk
Deutsches Reich kleiner Brustschild
Deutsches Reich großer Brustschild
Deutsches Reich Pfennige




Altdeutschland Lübeck

Es handelt sich hierbei um die einzige Hufeisen - Stempeltype, die bereits zu Zeiten der Lübecker Posthoheit eingesetz wurde.
Während dieser Zeitperiode, war das Stempelwerkzeug ausschließlich bei der Briefpost im Einsatz. Franco Briefe ohne Wertzeichen (2/5) sind die Regel. Mit Freimarken frankierte Briefe sind selten (4/5). Portobriefe konnte man bis dato aus dieser Zeit bis 1868 keine registrieren.



15.4.1866 – mit 2 Schillinge austaxiertes Faltbriefchen über Ahrensböck, Plön und Eutin an Pastor Busse nach Ratekau bei Bad Schwartau. Der Brief wurde fehlgeleitet und hat eine erstaunliche Reise von über 100 km hinter sich gebracht, um in den 14 km entfernten Zielort zu gelangen.

Frühester bekannter Verwendungstag für diesen Hufeisenstempel. (Type 22-1)


3.7.1866 - kleiner Brief nach Rehburg bei Hannover. Die rot notierten 4 Schilling Courant wurden in 3 Silbergroschen umgerechnet.  (Type 22-1)   


2.5.1867 – der bar freigemachte Brief nach England wurde über Ostende per Schiff nach London und erreichte von dort aus sein Ziel Manchester.    
Nach dem Postvertrag mit England von 1862 kostete ein freigemachter Brief 5 Silbergroschen. Das Franko wurde 10:8 zugunsten England/Belgien aufgeteilt, rundungstechnisch ergaben sich jedoch wieder je 2,5 Silbergroschen.  (Type 22-1)   




15.9.1867 - kleiner freigemachter Zierbrief nach Wehlau in Ostpreussen, der nach Grünhayn weitergeleited wurde. Die rot notierten 4 Schilling Courant wurden in 3 Silbergroschen umgerechnet.  (Type 22-1)   




14.10.1867 - Einer der seltenen mit Freimarken frankierten Briefen. Hier mit einer 4 Schilling frankiert und nach Berlin versendet. 4 Lübecker Schilling entsprachen 3 Silbergroschen, was wiederum der Gebühr für Sendungen nach den Ländern des Postvereins über 20 Meilen entsprach. (Type 22-1




3.12.1867 – Franko Faltbrief nach über Lauenburg nach Finnland. Finnland war zu der Zeit ein Teil des Russlands. Das Porto nach Russland betrug 4 Silbergroschen. Rechts neben der „4“ die Umrechnung in Lübecker Schilling, links davon die Portoteilung 2 Silbergroschen für Lübeck, 2 Silbergroschen für Russland. (Type 22-1




Norddeutscher Postbezirk

Mit 1.1.1868 wurde der Postdienst in Lübeck von der Norddeutschen Post übernommen. Bis etwa April 1868 wurde der Stempel bei der Briefpost in in der Regel für Auslandsbriefe (2/5) eingesetzt später konnten nur noch frankierte (2/5) als auch unfrankierte (1/5) Fahrpostbelege registriert werden. Es liegt die Vermutung nahe, dass er vom Hufeisenstempel (Type 22-2) bei der Briefpost abgelöst wurde. Auch die Stempelfarbe wechselte in dieser Zeitperiode von grau-schwarz auf schwarz.



4.2.1868 – Transatlantikbrief über Hamburg mit dem Dampfer Cimbria nach New York. Der Dampfer Cimbria sank 1883 nach einer Kollision bei Borkum. (Type 22-1




28.2.1868 – Auslandsbrief nach Reims in Frankreich. Briefe nach Frankreich waren nach dem geltenden Tarif mit 4 1/2 Groschen zu frankieren.  (Type 22-1




27.4.1868 – das Paket mit 4 Pfund und 10 Loth ins 13 Meilen entfernte Klein Breesen ist korrekt mit 3 Groschen frankiert, da das Mindestporto für ein Pakete über 5 bis 15 Meilen Entfernung 3 Groschen betrug.  (Type 22-1)




15.10.1868 frankierter Postvorschussbrief nach Oldenburg. Das Gesamtporto von

12 Groschen setzte sich aus 3 Groschen Beförderungsgebühr und 9 Groschen Postvorschussgebühr zusammen und wurde mit „12“ (rot) notiert. (Beförderung in das 24 Meilen entfernte Oldenburg und ½ Gr. Postvorschussgebühr je angefangenen Thaler.) Frankiert wurde der Brief mit einer preußischen Innendienstmarke (die im Norddeutschen Postbezirk aufgebraucht wurden) und einer 2 Groschen Marke.

Da der Brief nicht behoben wurde, ging er nach Ende der 10 tägigen Frist zurück an den Sender. Die „534“ (blau) entsprechen der Umrechnung von 17 Thaler und 21 Groschen in 534 Groschen plus der 3 Groschen Beförderungsgebühr retour, die der Postbeamte für die Post notierte.  (Type 22-1


16.6.1869Paketbegleitbrief für ein kleines 9 Loth schweres Paket ins 4 Meilen entfernte Ahrensburg. Die 2 Groschen Porto durfte der Empfänger bezahlen.  (Type 22-1


4.8.1870Paketbegleitbrief für ein 10 Pfund und 10 Loth schweres Paket ins 4 Meilen entfernte Ahrensburg. Auch hier duften die 2 Groschen Porto vom Empfänger bezahlt werden.  (Type 22-1




5.5.1871Paketbegleitbrief für ein 7 Loth schweres Paket ins 87 Meilen entfernte Biberach. Für ein Paket mit der 12. Entfernungsprogression waren 6 Groschen zu bezahlen, die hier mit dem 1 Groschen Wertstempel der Ganzsache, einer Ausgeschnittenen 1/2 Groschen Marke und 4 1/2 Groschen in bar (Franco Stempel) entrichtet wurde. (Type 22-1

Deutsches Reich kleiner Brustschild

Briefe mit kleinem Brustschild sind sehr selten (4/5).


5.5.1871Paketbegleitbrief für ein 6 Pfund und 400 Gramm schweres Paket. Die fälligen 3 Groschen wurden hier mit dem 1 Groschen Wertstempel der Ganzsache und 2 Groschen in bar (Franco Stempel) entrichtet. (Type 22-1

Deutsches Reich großer Brustschild

Fehlt.

Deutsches Reich Pfennige

Fehlt.